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Werte Herrschaften,

meine Fahrerlaubnis hat nach zwei Weltkriegen und drei unfreiwilligen Aufenthalten in der Waschmaschine heutzutage zugegebenermaßen eher die Beschaffenheit eines Putzlumpens, denn eines amtlichen Dokuments. Daher auch sollte auch ein jeder mein Bestreben nachvollziehen können, ihn durch ein druckfrisches Dokument zu ersetzen.

So weit, so gut. Indes wurde mir von der Amtsperson beschieden, es sei angesichts des Ausstellungsdatums des Führerscheins durchaus ratsam, "meinen erste-Hilfe-Kursus aufzufrischen". Dazu drückte er mir dieses Heftchen in die Hand.



Feurio, welch Unsinn!

Bei den besagten "Erste-Hilfe-Kursen" handelt es sich doch lediglich um einen weiteren Versuch der garstigen Quacksalber, ihre Arbeit auf unbedarfte Laien abzuwälzen, um sich ganz dem lukrativen Kerngeschäft widmen zu können. Man könnte den Ersthelfer wohl ohne weiteres mit dem Flakhelfern im Kriege vergleichen, ist er doch ebenso schlecht ausgebildet und sucht diesen Umstand nicht selten durch übermäßigen Enthusiasmus auszugleichen. Da ich des öfteren unter Herzanfällen zu leiden habe, spreche ich hier aus bitterer Erfahrung. Aus einer Ohnmacht zu erwachen, während ein pickliger Halbstarker seine Lippen auf die Meinen presst ist ein traumatisches Erlebnis, welche auch zahlreiche Selbstkasteiungen nicht gänzlich vergessen machen können, Potztausend! Selbstverständlich habe ich den besagten Lümmel umgehend wegen sechsueller Belästigung angezeigt, sobald ich mich etwas erholt hatte.

Ich selbst leiste im Übrigen schon aus grundsätzlichen Erwägungen keine erste Hilfe. Bricht in meiner unmittelbaren Nähe eine Person zusammen, so pflege ich stets darauf zu verweisen, dass ich Arzt bin. Sodann äußere ich lautstark die Vermutung, dass es sich bei dem Kollabierten gewiss um einen Kassenpatienten handelt. Zumeist ernte ich breites Verständnis bei den umstehenden Passanten und kann den Ort des Geschehens ohne weiteres Aufheben verlassen. Wie schön.
Rübensahm
Ich sehe es so, dass jeder, der sich in einen Unfall verwickelt, selbst Schuld an seiner misslichen Lage ist. Entweder durch Vorsatz, Fahrlässigkeit oder gar durch Dummheit. Zeit und Mühe, Anzeige zu erstatten, sind keineswegs vergebens, auch wenn der Delinquent noch im Wrack klemmt. Glauben Sie mir...
  • 18. Juli 2014
  • ·
  • find ich knorke
Baron Jesus-Maria von Friedel
Werte Herren, ich möchte Ihnen unumwunden zustimmen. In früheren Zeiten bemühte man in diesem Falle den stets gleich wirksamen Gnadenschuss, Potztausend!
  • 22. Juli 2014
  • ·
  • find ich knorke