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Redliches Netzwerk

Sehr geehrte Netzwerkbesucher,

ich möchte Ihnen ein Transkript meines am 24.03.2015 in der Gaststätte „zur Burenschanz“ gehaltenen Vortrags aus der Reihe „Populärer Aberglauben im Lichte der anerkannten Hochwissenschaft“ übermitteln. Anwesend waren ein interessiertes Fachpublikum, sowie der Schafkopf-Stammtisch „Flotte Eichelfreunde“.

Sehr geehrtes Auditorium,

Silentium!

oftmals wird ja gerade der christlichen Wissenschaft vorgeworfen, nicht objektiv zu sein und nur wenig fundierten Aberglauben zu verbreiten. Das ist natürlich völliger, ja, himmelschreiender Unsinn!

Solche Menschen sollten sich einfach mal vor Augen führen, dass es erst die heilige Kirche war, die dem ultimativen Aberglauben – nämlich dem Heidentum – den Gar ausgemacht hat! Insofern verfolgen Kirche und Wissenschaft doch exakt dasselbe Ziel: nämlich die eindeutig beweisbaren Fakten, zum Beispiel die Existenz von Himmel und Hölle, möglichst klar zu belegen und mit tief verwurzeltem, oftmals vorchristlichem Volksglauben möglichst nachhaltig aufzuräumen.

Damit kommen wir aber auch schon zum heutigen Sujet, nämlich den sogenannten „Zombies“. Zuletzt erreichen mich immer mehr Zuschriften von besorgten Nicht-Akademikern zu diesem Thema. Meist haben die Schreiber eine angebliche Dokumentation (meist amerikanischen Ursprungs) im Fernsehen gesehen. Dort wird meist unter Vorspiegelung angeblicher Fakten behauptet, es drohe eine baldige Invasion solcher Kreaturen.

Doch was soll ein solcher „Zombie“ eigentlich genau sein?

Ich lege Ihnen einmal ein Dia einer Darstellung einer solchen Kreatur auf – so sollen sie aussehen:



Angeblich handelt es sich dabei um untote Wesenheiten, die also bereits verstorben sind und sozusagen post mortem umherwandern. Dabei geraten sie unweigerlich in Konflikt mit den noch lebendigen Passanten.

Oftmals entstehen hier Verwechslungen. Daher müssen wir den „Zombie“ erst einmal von anderen Ausgeburten der Hölle abgrenzen.

Besonders häufig ist die Gleichsetzung mit dem Nachzehrer. Doch aufgemerkt: dieser erhebt sich nicht aus dem Grab, sondern verzehrt – wie der Name schon sagt – nur sein Leichentuch und ist relativ harmlos.

Auch mit Vampir und Hexe werden die „Zombies“ häufig durcheinander gebracht. Ich könnte jetzt im Einzelnen auf die Unterschiede eingehen, will mich aber auf den Wesentlichsten beschränken: nämlich das die genannten Wesen – ganz im Gegensatz zum „Zombie“ – wirklich existieren! Dafür gibt es unumstößliche Beweise in kirchlichen Chroniken!

Von diesen „Zombies“ hingegen steht da nichts. Und wie sollte es auch? Schließlich lässt sich ihre Existenz ja ganz einfach widerlegen!
Dazu muss man sich nur das Hauptargument der Verfechter der Zombie-Theorie ansehen, nämlich dass sich diese Wesen hauptsächlich vom Gehirn der Lebenden ernähren.

Wo, ja, wo, muss ich Sie fragen, sollten solche Wesen in unserem Land ausreichende Nahrung finden? Schon wenn ich hier ins Panoptikum, pardon, Publikum blicke, komme wohl nur ich als gehaltvolle Zombie-Kost in Frage. Das würde doch nicht einmal für einen solchen Unhold ausreichen…

[an dieser Stelle musste ich den Vortrag leider abbrechen. Es war aber ohnehin alles Wesentliche gesagt.]
Herr Radenhüber
Das Elend der Welt rührt daher, dass die gemeinen Leute nicht zuhören können, heureka.
  • 1. April 2015
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  • find ich knorke
Baron Jesus-Maria von Friedel
Sehr wohl. Der Pöbel trottet hirn- und gedankenlos dahin, gleich einem Heer von..., nun, für diesen Zustand müsste endlich einmal ein griffiger Name gefunden werden, Potztausend!
  • 1. April 2015
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  • find ich knorke
Dr. Heinz Stahlband
Heureka! Überraschende Angriffe wandelnder Untoter könnte man ausschließen, würde man allen Verblichenen bei der Beerdigung die Schuhe zusammenknoten.
  • 1. April 2015
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  • find ich knorke
Franz Joseph Schnabel
Geschätzter Herr Professor, aufrichtigen Dank für Ihren ergötzlichen Vortrag. Wie bereits im unredlichen Fratzenbuch erwähnt, bereitete mir der Anblick des Lichtbilds jenes Fabelwesens erhebliche Verdauungsstörungen. Wenn, wie Sie knorke demonstrierten, jene Form dementer Dämonen nicht existiert,...
  • 3. April 2015
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  • find ich knorke