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Am Sonntag war ich mal wieder in einem anderen Bezirk. Das mache ich gelegentlich, um ein wenig Abwechslung zu haben und ein paar neue Eindrücke zu gewinnen.
Ich bog gerade in eine Seitengasse ab, bemerkte aber zu spät, dass eine Gruppe junger Männer in orangen Gewändern, barfuß und alle mit blankgeschorenen Häuptern, auf mich zukam. Auch war es schon zu spät, schnell noch die Straßenseite zu wechseln. Es wäre ihnen aufgefallen. Ich hatte Angst, nun musste ich mich dieser Herausforderung stellen.
So trafen wir dann aufeinander. Einer der fünf sonderbaren Männer stellte sich mir in den Weg und hielt mir breit grinsend eine kleine braune Papiertüte hin: "Möchten Sie auch ein selbstgerolltes Energiebällchen?" Die anderen grinsten auch alle. Ihr Motiv war durchschaut. Sie wollten mich drogenabhängig machen, um mich dann zur Prostitution zu zwingen, oder Schlimmeres.
Doch ich war vorbereitet. Blitzschnell zog ich einen Elektroschrecker aus der Tasche und betätigte ihn an der ausgestreckten Hand des Oberschurken. Dieser zuckte nur kurz, weil das Gerät nur auf Stufe 1 stand. Aber er ließ die Tüte mit dem Rauschgift fallen, sodass sie auf den Gehweg klatschte und die Drogenbällchen herauskullerten. Einige davon landeten in der Abflussrinne. Die anderen, welche zwischen mir und der dubiosen Gruppe lagen, zertrat ich hastig. Um andere Passanten auf meine missliche Lage aufmerksam zu machen, schrie ich dabei laut: "Hilfe Drogenhändler, Hilfe Drogenhändler!"
Nach wenigen Sekunden, stand ein ganzer Pulk Menschen um uns herum. Ich war immmer noch dabei, das Rauschgift zu zertreten, als einer aus der Gruppe das Wort ergriff und behauptete, dass es sich doch nur um selbstgerollte Marzipanbällchen mit Kokusflocken handeln würde und sie einer gewissen Harrald-Krishna-Gemeinschaft angehörten, oder so ähnlich. Sie wären immer Sonntags unterwegs, um fremden Menschen mit selbstgemachten Leckereien eine Freude zu machen. Nun meldete sich auch einer der umstehenden Passanten und sagte, dass er die Leute kenne und es sich wirklich nur um Marzipanbällchen handeln würde. Die anderen Umstehenden nickten auch alle bejahend und lachten.
Schlagartig wurde mir klar, dass ich mich mitten in einem Drogenviertel befand und ich zu dem Zeitpunkt wohl der einzige normale Mensch auf dieser Straße war. Ich befand mich also wirklich in einer sehr prekären Lage. So hielt ich mit gestreckten Arm, schützend den Elektroschrecker vor mir und schrie: "Geht mir alle aus dem Weg, der ist jetzt auf Töten eingestellt!" Das war zwar gelogen, aber der Mob um mich herum ließ mir keine andere Wahl. Nachdem ich mir mit dieser List eine Schneise durch das Drogenpack erkämpft hatte, gelang mir die Flucht.
Noch heute steckt mir davon der Schreck in den Knochen und ich kann von Glück sagen, dass ich dort mit heiler Haut heraus gekommen bin. Danach habe ich umgehend mit Herrn Dorn telefoniert. Er plant nun, mithilfe seines christlichen Motorradvereins diesen Drogensumpf trockenzulegen. Das wird ein hartes Stück Arbeit.

Eine neue Schachtel Rumkugeln öffnend, W. Stengel
Heinrich Hacker
Ich bewundere Ihren Mut, wackerer Herr Stengel, Sie haben den genannten Bezirk vor einer großen Gefahr errettet. Die seltsam gekleideten Herren gehören wohl der Harald Krischna Drückerkolonne an, eine äußerst aggressive Bettlerunion. Mich wundert, dass diese Subjekte Ihnen Drogen anboten, aber siche...
  • 21. Juni 2015
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Peter Kürten
Böller kenn ich auch. Die haben unsere Nachbarsbuben meist zum Jahreswechsel. Aber jene sind weder aus Kot noch aus Fleisch. Die Böller natürlich, nicht die Nachbarsbuben. Erklärend P. Kürten
  • 15. Oktober 2015
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Baron Jesus-Maria von Friedel
Soso, junger Freund. Na Sie kommen ja herum, Potztausend!
  • 18. Oktober 2015
  • ·
  • find ich knorke